Kategorie: Vorträge und Veröffentlichungen

  • Vortrag beim IPAI-KI-Festival

    Vortrag beim IPAI-KI-Festival

    Beim KI Festival by IPAI Foundation am vergangenen 25. und 26. Juli konnte Oliver Czulo vorstellen, wo die Schnittmengen zwischen der Sprach- und Kulturmittlung und Technologien wie KI liegen. Dazu ging er auf kultursensitive Konzeptdatenbanken ein, auf Strategien zur Förderung von Mehrsprachigkeit in der Wissenschaft mit Hilfe von Technologie und auf Ideen, aus der Wissenschaft für die öffentliche Hand zu lernen.

    Das Festivalgelände war sehr entspannt gestaltet und das zahlreich erschienene Publikum interessiert. Die Moderatorin Johanna Tissot stimmte gekonnt auf das Thema ein und brachte den Referenten im anschließenden Gespräch mit einer Frage richtig ins Schwitzen 🥵 Am Ende des Gesprächs konnte Oliver Czulo einen wichtigen Kernpunkt nochmal betonen: Die Entwicklung von Mehrsprachigkeitstechnologien und die Entwicklung von Sprach- und Kulturkompetenz in der Gesellschaft müssen Hand in Hand gehen. Die Wissenschaft der Sprach- und Kulturmittlung hat da einen großen Erfahrungsschatz. Wir freuen uns auf den Dialog!

    Bild sowie Beitragsbild: Johanna Tissot
  • Oliver Czulo im Haus Cajeth: Braucht es noch Literaturübersetzer?

    Oliver Czulo im Haus Cajeth: Braucht es noch Literaturübersetzer?

    Häufig hieß es in der Vergangenheit, die „technische“ Übersetzung sei durchaus von neuesten Technologien bedroht. Die Literaturübersetzung schien bisher davon ausgenommen. Jüngste Entwicklungen stellten aber sogar dies in Frage.

    Auf Einladung des Freundeskreises Literaturhaus Heidelberg e.V. trug Oliver Czulo am 2. Juli 2026 im Haus Cajeth zu der Frage vor, ob es angesichts der Entwicklungen bei der KI-Übersetzung überhaupt noch Literaturübersetzer bräuchte (die Rhein-Neckar-Zeitung berichtete). Trotz warmer Temperaturen war der Vortragssaal im Museum Haus Cajeth sehr gut gefüllt. Oliver Czulo begann mit der Unterscheidung zwischen KI als Technologie und KI als Ideologie. Letztere sei geprägt durch faschistoide Strömungen, die nicht nur menschliche Leistungen abwerte, sondern gar die Unterwerfung von Menschen unter das Diktat der Technologie vorsehe, mit Ausnahme einer kleinen, aristokratischen Schicht. Eine der prägenden Stimmen dieser Ideologie sei der von Tech-Unternehmer Peter Thiel geförderte Blogger Curtis Yarvin. KI als Technologie sei lange von großen Überversprechen geprägt gewesen, allerdings beginne man hier inzwischen in der Breite klarer zu sehen. Der weitere Vortrag ging auf die aktuelle Marktentwicklung im Übersetzen allgemein ein, die davon geprägt sei, dass einige erfahrene Freiberufler den Markt verlassen hätten. Allerdings würden sich jüngere Absolventen auf neue Entwicklungen gut einstellen und weiterhin etablieren – inzwischen häufig im Angestelltenverhältnis.

    Im Besonderen aufs Literaturübersetzen eingehend, stellte Oliver Czulo die Frage, wie wichtig der Gesellschaft Sprach- und Kulturmittlungskompetenz und Kreativität seien. Eine Chance des Abflauens des aktuellen KI-Hypes sei, dass die Relevanz menschlicher Kompetenzen wieder stärker ins Blickfeld rücke. Mit diesem vorsichtig positiven Schluss stiegen die versammelten Gäste und der Referent in eine lebhafte Diskussion ein, in der viele der Punkte aus dem Vortrag nochmal aufgegriffen und vertieft wurden. Die Lebendigkeit der Debatte vor Ort zeigte: Diese Diskussion geht weiter!

    Beitragsbild von Tom Hermans auf Unsplash

  • Buch: Digitale Translatologie

    Buch: Digitale Translatologie

    Das Buch Digitale Translatologie, mitherausgegeben von Oliver Czulo, ist bei Language Science Press erschienen. In seiner digitalen Fassung ist es kostenfrei auf der Seite des Verlages verfügbar. Das Buch gibt einen Überblick über den Stand translatologischer Forschung zur Rolle digitaler Technologien in der Sprach- und Kulturmittlung in verschiedensten Kontexten.

    Digitale Ressourcen, Methoden und Werkzeuge sind heute in verschiedensten Bereichen von Translation und Translatologie anzutreffen. Es genügt also nicht mehr, in diesem Zusammenhang nur ganz allgemein von Maschineller Übersetzung, Korpora und Termdatenbanken zu sprechen. Diesem Umstand trägt der Band Rechnung: In Überblicksbeiträgen mit Handbuchcharakter wird ein Querschnitt des Digitalen in Translationsforschung, -praxis und -didaktik wiedergegeben. Dieser reicht von historischen und psychologischen Betrachtungen über Risikomanagement in digitalen Übersetzungsprozessen, Digitalisierung und KI im Dolmetschen, in der Audiovisuellen Translation und im Literarischen Übersetzen bis hin zur Skizze eines KI-Kompetenzmodells für die Translation und Fachkommunikation, um nur eine Auswahl aus der Themenvielfalt des Bandes zu benennen. Die einführend gehaltenen Texte eignen sich für Translationsstudierende ebenso wie für Lehrende und Forschende, die neue Bereiche der Digitalen Translatologie erkunden wollen, und nicht zuletzt für Praktizierende, die zugängliche Einblicke in den aktuellen Stand der Forschung zur Digitalen Translatologie erhalten wollen.