
Translatologie
Übersetzen, Dolmetschen, Lokalisierung, Barrierefreie und Interkulturelle Kommunikation – all dies und mehr ist Translation. Translation, auch Sprach- und Kulturmittlung genannt, begegnet uns nahezu überall: sei es bei einer synchronisierten oder untertitelten Filmvorführung, während einer mehrsprachigen Gerichtsverhandlung oder beim Wissenstransfer zwischen Fachleuten und Laien.
Die Translatologie ist eine moderne Transdisziplin, die sich im Laufe der letzten Jahrzehnte als Fachdisziplin etabliert hat. Ihre historischen Wurzeln reichen jedoch weit in die Vergangenheit zurück und sind in einer langen Tradition von Lehre und Forschung verankert. Als Wissenschaft der Vermittlung untersucht sie Verständigungspraktiken in verschiedenen Kommunikationssituationen.
Weit mehr als Sprachkompetenz

Translationsberufe umfassen weit mehr als die bloße Beherrschung von zwei Sprachen. Professionelle Translation findet häufig in Risiko- und Hochrisikokontexten statt, insbesondere in spezialisierten Bereichen wie dem Rechtswesen, der Medizin oder technologiebezogenen Fachgebieten. Zugleich betrifft Translation stets Menschen – auch wenn sie unter Einsatz digitaler Hilfsmittel erfolgt –, deren Rechte und Interessen ebenso zu wahren sind wie die Grundsätze des Berufsethos. Daher bauen Translationsstudiengänge und -ausbildungen auf elaborierten Kompetenzmodellen auf und orientieren sich an einschlägigen Standards und Normen.
Akteure der Digitalisierung
Maschinelle Übersetzung ist kein neues Phänomen: Die Idee eines Algorithmus für die Übersetzung lässt sich sogar bis ins 9. Jahrhundert zurückverfolgen. Erste Versuche, diese Idee technisch umzusetzen, erfolgten im 20. Jahrhundert. Ab den 1990er Jahren wurde die Arbeitsumgebung von Translator:innen schließlich in der Breite fortschreitend digitalisiert, was sich nachhaltig auf das Berufsfeld auswirkte: Professionelle Translator:innen verfügen heutzutage über eine Vielzahl digitaler Hilfsmittel. Das Feld verfügt daher über einen umfangreichen Erfahrungsschatz hinsichtlich der Möglichkeiten, Risiken und Grenzen digitaler Technologien. Diese Expertise ist ein entscheidender Faktor in der aktiven Mitgestaltung der Digitalisierung translationsbezogener Prozesse.

Bild von Paris Bilal (unsplash)