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  • Förderung für UeLit – Übersetzen und Literatur e.V.

    Förderung für UeLit – Übersetzen und Literatur e.V.


    Die Institut für Translatologie gGmbH hat mit dem Verein UeLit – Übersetzen und Literatur e.V. eine Fördervereinbarung über 1.000 € aus eigenen Mitteln abgeschlossen. Der UeLit e.V. betreibt das Germersheimer Übersetzerlexikon (UeLEX). Das UeLEX besteht insbesondere aus Übersetzerporträts, wissenschaftlich fundierte Essays, in denen die Biographien und das übersetzerische Wirken von Personen kritisch gewürdigt werden, die seit den Tagen Luthers aus allen Sprachen der Welt ins Deutsche übersetzt haben. Damit soll der Abwesenheit von Übersetzern in der oft national verengten kanonischen Geschichtsschreibung begegnet und eine stärker interkulturelle Sicht auf die Geschichte der deutschen Literatur und Kultur geboten werden. Die Porträts sind mittels Schlagworten (Tätigkeiten, Sprachen, Orte, Mitgliedschaften, Auszeichnungen usw.) eingehend kategorisiert und mit umfangreichen Bibliographien verknüpft. Daneben stellt das UeLEX Sachartikel und Rezensionen zu relevanten Themen bereit. Die Förderung dient insbesondere der biografischen und bibliografischen Recherche für die Erstellung von Übersetzerporträts.

  • Vortrag beim IPAI-KI-Festival

    Vortrag beim IPAI-KI-Festival

    Beim KI Festival by IPAI Foundation am vergangenen 25. und 26. Juli konnte Oliver Czulo vorstellen, wo die Schnittmengen zwischen der Sprach- und Kulturmittlung und Technologien wie KI liegen. Dazu ging er auf kultursensitive Konzeptdatenbanken ein, auf Strategien zur Förderung von Mehrsprachigkeit in der Wissenschaft mit Hilfe von Technologie und auf Ideen, aus der Wissenschaft für die öffentliche Hand zu lernen.

    Das Festivalgelände war sehr entspannt gestaltet und das zahlreich erschienene Publikum interessiert. Die Moderatorin Johanna Tissot stimmte gekonnt auf das Thema ein und brachte den Referenten im anschließenden Gespräch mit einer Frage richtig ins Schwitzen 🥵 Am Ende des Gesprächs konnte Oliver Czulo einen wichtigen Kernpunkt nochmal betonen: Die Entwicklung von Mehrsprachigkeitstechnologien und die Entwicklung von Sprach- und Kulturkompetenz in der Gesellschaft müssen Hand in Hand gehen. Die Wissenschaft der Sprach- und Kulturmittlung hat da einen großen Erfahrungsschatz. Wir freuen uns auf den Dialog!

    Bild sowie Beitragsbild: Johanna Tissot
  • Oliver Czulo im Haus Cajeth: Braucht es noch Literaturübersetzer?

    Oliver Czulo im Haus Cajeth: Braucht es noch Literaturübersetzer?

    Häufig hieß es in der Vergangenheit, die „technische“ Übersetzung sei durchaus von neuesten Technologien bedroht. Die Literaturübersetzung schien bisher davon ausgenommen. Jüngste Entwicklungen stellten aber sogar dies in Frage.

    Auf Einladung des Freundeskreises Literaturhaus Heidelberg e.V. trug Oliver Czulo am 2. Juli 2026 im Haus Cajeth zu der Frage vor, ob es angesichts der Entwicklungen bei der KI-Übersetzung überhaupt noch Literaturübersetzer bräuchte (die Rhein-Neckar-Zeitung berichtete). Trotz warmer Temperaturen war der Vortragssaal im Museum Haus Cajeth sehr gut gefüllt. Oliver Czulo begann mit der Unterscheidung zwischen KI als Technologie und KI als Ideologie. Letztere sei geprägt durch faschistoide Strömungen, die nicht nur menschliche Leistungen abwerte, sondern gar die Unterwerfung von Menschen unter das Diktat der Technologie vorsehe, mit Ausnahme einer kleinen, aristokratischen Schicht. Eine der prägenden Stimmen dieser Ideologie sei der von Tech-Unternehmer Peter Thiel geförderte Blogger Curtis Yarvin. KI als Technologie sei lange von großen Überversprechen geprägt gewesen, allerdings beginne man hier inzwischen in der Breite klarer zu sehen. Der weitere Vortrag ging auf die aktuelle Marktentwicklung im Übersetzen allgemein ein, die davon geprägt sei, dass einige erfahrene Freiberufler den Markt verlassen hätten. Allerdings würden sich jüngere Absolventen auf neue Entwicklungen gut einstellen und weiterhin etablieren – inzwischen häufig im Angestelltenverhältnis.

    Im Besonderen aufs Literaturübersetzen eingehend, stellte Oliver Czulo die Frage, wie wichtig der Gesellschaft Sprach- und Kulturmittlungskompetenz und Kreativität seien. Eine Chance des Abflauens des aktuellen KI-Hypes sei, dass die Relevanz menschlicher Kompetenzen wieder stärker ins Blickfeld rücke. Mit diesem vorsichtig positiven Schluss stiegen die versammelten Gäste und der Referent in eine lebhafte Diskussion ein, in der viele der Punkte aus dem Vortrag nochmal aufgegriffen und vertieft wurden. Die Lebendigkeit der Debatte vor Ort zeigte: Diese Diskussion geht weiter!

    Beitragsbild von Tom Hermans auf Unsplash

  • Weiterbildung „Grundlagen: Mehrsprachigkeitsbedarf erkennen und bedienen“

    Weiterbildung „Grundlagen: Mehrsprachigkeitsbedarf erkennen und bedienen“

    Wie kann man mehrsprachige Kommunikation und Sprachmittlung für die eigene Organisation strategisch gestalten? In unserer Weiterbildung am Kompetenzzentrum des Fachbereichs für Translationswissenschaft an der Uni Mainz in Germersheim am 9. und 10. Oktober vermitteln wir die Grundlagen, um Mehrsprachigkeitsbedarf zu erkennen und zu bedienen.

    Die Weiterbildung greift das Management von Faktoren wie Qualität und Risiko in verschiedenen Einsatzkontexten auf, vermittelt einen pragmatischen Ansatz für die Beschreibung und Bedienung von Mehrsprachigkeitsbedarf und thematisiert den Umgang mit Technologien in diesem Bereich. Sie richtet sich an die Schnittstellen in Justiz, Verwaltung, Gesundheit, Wissenschaft und Bildung oder Wirtschaft, in deren Aufgabengebiet sich Bedarfe für verschiedenste Arten mehrsprachiger Kommunikation oder Sprachmittlung ergeben.

    Mehr Informationen und die Anmeldung sind unter https://fb06.uni-mainz.de/2026/04/30/grundlagen-mehrsprachigen-kommunikationsbedarf-erkennen-und-bedienen/ verfügbar.

    (Bild: Curated Lifestyle @ unsplash)

  • Buch: Digitale Translatologie

    Buch: Digitale Translatologie

    Das Buch Digitale Translatologie, mitherausgegeben von Oliver Czulo, ist bei Language Science Press erschienen. In seiner digitalen Fassung ist es kostenfrei auf der Seite des Verlages verfügbar. Das Buch gibt einen Überblick über den Stand translatologischer Forschung zur Rolle digitaler Technologien in der Sprach- und Kulturmittlung in verschiedensten Kontexten.

    Digitale Ressourcen, Methoden und Werkzeuge sind heute in verschiedensten Bereichen von Translation und Translatologie anzutreffen. Es genügt also nicht mehr, in diesem Zusammenhang nur ganz allgemein von Maschineller Übersetzung, Korpora und Termdatenbanken zu sprechen. Diesem Umstand trägt der Band Rechnung: In Überblicksbeiträgen mit Handbuchcharakter wird ein Querschnitt des Digitalen in Translationsforschung, -praxis und -didaktik wiedergegeben. Dieser reicht von historischen und psychologischen Betrachtungen über Risikomanagement in digitalen Übersetzungsprozessen, Digitalisierung und KI im Dolmetschen, in der Audiovisuellen Translation und im Literarischen Übersetzen bis hin zur Skizze eines KI-Kompetenzmodells für die Translation und Fachkommunikation, um nur eine Auswahl aus der Themenvielfalt des Bandes zu benennen. Die einführend gehaltenen Texte eignen sich für Translationsstudierende ebenso wie für Lehrende und Forschende, die neue Bereiche der Digitalen Translatologie erkunden wollen, und nicht zuletzt für Praktizierende, die zugängliche Einblicke in den aktuellen Stand der Forschung zur Digitalen Translatologie erhalten wollen.

  • MuLingFrames: Ein Datenformat für mehrsprachige FrameNets

    MuLingFrames: Ein Datenformat für mehrsprachige FrameNets

    Im Rahmen der Kooperationsprojekte des Nationalen Forschungsdateninfrastruktur-Konsortiums Text+ führt die Institut für Translatologie gGmbH von Januar bis September 2026 in Zusammenarbeit mit LinguisticBits das Projekt MuLingFrames durch. In diesem Rahmen wird ein TEI-konformes Datenformat für mehrsprachige FrameNets entwickelt. Zwei bestehende mehrsprachige FrameNets, das Lexikon des Fußballjargons Kicktionary und die Ressource für englischsprachige Deutschlernen G-FOL, werden in dieses Format überführt.

    FrameNets sind kultursensitive Konzeptdatenbanken, die Wissensstrukturen (sog. Frames) darstellen und die mit ihnen verknüpften sprachlichen Formen beschreiben. So beinhaltet das G-FOL beispielsweise einen Frame-EintragThinking: Opinion (‚Meinung‘), der verdeutlicht, dass diese Wissensstruktur für ein denkendes Wesen steht, das eine Meinung zu einem bestimmten Thema zu einem Gewissen Grad hat. Der Eintrag führt deutsche und englische sprachliche Formen wie z. B. Verben, Nomen oder Satzmuster auf, mit Hilfe derer man beispielsweise eine Meinung oder den Grad, zu welchem man einer Meinung anhängt, ausdrücken kann.

    FrameNets existieren derzeit insbesondere in Einzelsprachen. Mehrsprachige FrameNets und Anwendungen nehmen aber an Bedeutung zu, z. B. um Sprachlernressourcen zu erstellen, mehrsprachige Beschreibungen von Bildern in ihrer Ähnlichkeit zu vergleichen oder um maschinelle Übersetzungssysteme zu evaluieren. Eine technische Herausforderung für mehrsprachige FrameNets war bislang, dass dafür keine standardkonforme Vorlage für ein Datenformat verfügbar war. Das im MuLingFrames-Projekt definierte Basisformat schafft an dieser Stelle Abhilfe. Die Ergebnisse des Projekts sollen nach Abschluss unter einer nichtkommerziellen Lizenz veröffentlicht werden.

  • Oliver Czulo antwortet auf Rafael Lagunas „It’s over!“

    Oliver Czulo antwortet auf Rafael Lagunas „It’s over!“

    „Der Job ist weg, den gibt’s einfach nicht mehr. […] it’s over. Es ist wirklich vorbei.“ So äußert sich Rafael Laguna de la Vera, Direktor der Bundesagentur für Sprunginnovation (SPRIND), über den Übersetzerberuf. Dem steht eine ganz andere Marktrealität gegenüber, erläutert Oliver Czulo in einem Interview mit der Leipziger Zeitung. Thomas Köhler stellt die Frage, ob das Übersetzen in Zukunft ein reiner Maschinenjob wird und leitet mit einigen interessanten Übersetzungsbeispielen ein, die von verschiedenen Diensten produziert werden. Im Gespräch geht es um den disruptiven Geist des Silicon Valley, um die Herausforderungen der Übersetzungen und die Schwächen der statistischen Übersetzungsmaschinen dabei sowie um die große Veränderlichkeit des Berufs. Am Schluss steht die Frage, warum die Tech-Branche statt der vermeintlichen Zerstörung von Berufsfeldern nicht Innovation und Verbesserung in den Vordergrund stellt.

  • Maryam Foradi und Oliver Czulo stellen das Institut in der Leipziger Zeitung vor

    Maryam Foradi und Oliver Czulo stellen das Institut in der Leipziger Zeitung vor

    Maryam Foradi und Oliver Czulo standen in einem Interview mit der Leipziger Zeitung Thomas Köhler Rede und Antwort. Darin erläuterten sie, was sie bewog, die Institut für Translatologie gGmbH zu gründen, was der Sinn einer außeruniversitären Forschungseinrichtung ist und wohin es am Anfang gehen soll. Die Gründer betonen, dass Kompetenzen in der Sprach- und Kulturmittlung nicht nur für professionelle Übersetzer und Dolmetscher wichtig sind und welche Wege sie sehen, diese Kompetenzen breit zu vermitteln. Auch gehen sie auf Vermittlung zwischen unterschiedlichen Kommunikationskulturen einer Sprachgemeinschaft. fehlen darf natürlich nicht die Frage, wie es in Zeiten von KI mit dem Berufsfeld aussieht. Wir danken für das angenehme und spannende Gespräch!