Die Institut für Translatologie gGmbH hat mit dem Verein UeLit – Übersetzen und Literatur e.V. eine Fördervereinbarung über 1.000 € aus eigenen Mitteln abgeschlossen. Der UeLit e.V. betreibt das Germersheimer Übersetzerlexikon (UeLEX). Das UeLEX besteht insbesondere aus Übersetzerporträts, wissenschaftlich fundierte Essays, in denen die Biographien und das übersetzerische Wirken von Personen kritisch gewürdigt werden, die seit den Tagen Luthers aus allen Sprachen der Welt ins Deutsche übersetzt haben. Damit soll der Abwesenheit von Übersetzern in der oft national verengten kanonischen Geschichtsschreibung begegnet und eine stärker interkulturelle Sicht auf die Geschichte der deutschen Literatur und Kultur geboten werden. Die Porträts sind mittels Schlagworten (Tätigkeiten, Sprachen, Orte, Mitgliedschaften, Auszeichnungen usw.) eingehend kategorisiert und mit umfangreichen Bibliographien verknüpft. Daneben stellt das UeLEX Sachartikel und Rezensionen zu relevanten Themen bereit. Die Förderung dient insbesondere der biografischen und bibliografischen Recherche für die Erstellung von Übersetzerporträts.
Blog
Hier informieren wir über aktuelle Veranstaltungen, Projekte und Themen. Unsere vormaligen Aktivitäten finden Sie im Archiv.
In this blog, we inform about current events, projects and topics. You can find our prior activities in the archive.
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Förderung für UeLit – Übersetzen und Literatur e.V.
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Cooperation agreement signed between Translate Science and Institut für Translatologie
The Institut für Translatologie gGmbH (IfTra) and the Translate Science Initiative have formalised their informal cooperation with a signed agreement. Translate Science is an all-volunteer community of interest for multilingual open science sharing opportunities and perspectives about how a more multilingual and open scientific enterprise can be achieved.
With Oliver Czulo being part of the core contributers of the initiative, IfTra had already been an active part of the initiative, collaborating on planing and delivering activities such as panels, seminars or prereview events and on creating resources such as a wiki and a bibliography on topics around a more multilingual and thus more open and inclusive science.
The cooperation agreement also states that IfTra will be funding a part of the digital infrastructure of Translate Science, thus aiding in the networking facilities of the initiative. Both IfTra and Translate Science are looking forward to continuing the years-long cooperation in the interest of multilingual open science.
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Transfer workshop at TT2026
IfTra will host a workshop focused on transfer activities and projects at the Translation in Transition 2026 conference at RWTH Aachen. On the afternoon of September 9th, we will first gather three presentations on transfer activities, informing on the Translate Science Initiative, a project on developing inclusivity-friendly prompting guidelines and current transfer activities in audiovisual translation at AppTek (see below for details).
The series of presentations will be followed by a roundtable on the relevance of transfer for research and practice in translation and interpreting. The presenters will be joined by Prof. Dr. Silvia Hansen who heads the Competence Center for Translation and Communication at the University of Mainz in Germersheim.
Workshop programme
Wednesday, September 9th, 2pm-3:30pm (14:00-15:30)
Room ST7, building semiTEMP (see Venue description)Oliver Czulo, Daniel W Chan & Jennifer Miller The Translate Science Initiative Vasiliki Chelidoni Best Practices for Inclusivity-Friendly Prompt Engineering
in Multilingual AI-powered TranslationEvgeny Matusov Professional and automatic post-editing in the context of
subtitle translation: practical experience, challenges,
solutionsWednesday, September 9th, 4pm-5pm (16:00-17:00)
Room ST7, building semiTEMP (see Venue description)Roundtable „Relevance of transfer activities for research and profession“ – Oliver Czulo, Institut für Translatologie gGmbH
– Vasiliki Chelidoni, Ionian University
– Evgeny Matusov, AppTek.ai
– Silvia Hansen, University of Mainz in Germersheim -

Vortrag beim IPAI-KI-Festival
Beim KI Festival by IPAI Foundation am vergangenen 25. und 26. Juli konnte Oliver Czulo vorstellen, wo die Schnittmengen zwischen der Sprach- und Kulturmittlung und Technologien wie KI liegen. Dazu ging er auf kultursensitive Konzeptdatenbanken ein, auf Strategien zur Förderung von Mehrsprachigkeit in der Wissenschaft mit Hilfe von Technologie und auf Ideen, aus der Wissenschaft für die öffentliche Hand zu lernen.
Das Festivalgelände war sehr entspannt gestaltet und das zahlreich erschienene Publikum interessiert. Die Moderatorin Johanna Tissot stimmte gekonnt auf das Thema ein und brachte den Referenten im anschließenden Gespräch mit einer Frage richtig ins Schwitzen 🥵 Am Ende des Gesprächs konnte Oliver Czulo einen wichtigen Kernpunkt nochmal betonen: Die Entwicklung von Mehrsprachigkeitstechnologien und die Entwicklung von Sprach- und Kulturkompetenz in der Gesellschaft müssen Hand in Hand gehen. Die Wissenschaft der Sprach- und Kulturmittlung hat da einen großen Erfahrungsschatz. Wir freuen uns auf den Dialog!
Bild sowie Beitragsbild: Johanna Tissot -

Oliver Czulo im Haus Cajeth: Braucht es noch Literaturübersetzer?
Häufig hieß es in der Vergangenheit, die „technische“ Übersetzung sei durchaus von neuesten Technologien bedroht. Die Literaturübersetzung schien bisher davon ausgenommen. Jüngste Entwicklungen stellten aber sogar dies in Frage.
Auf Einladung des Freundeskreises Literaturhaus Heidelberg e.V. trug Oliver Czulo am 2. Juli 2026 im Haus Cajeth zu der Frage vor, ob es angesichts der Entwicklungen bei der KI-Übersetzung überhaupt noch Literaturübersetzer bräuchte (die Rhein-Neckar-Zeitung berichtete). Trotz warmer Temperaturen war der Vortragssaal im Museum Haus Cajeth sehr gut gefüllt. Oliver Czulo begann mit der Unterscheidung zwischen KI als Technologie und KI als Ideologie. Letztere sei geprägt durch faschistoide Strömungen, die nicht nur menschliche Leistungen abwerte, sondern gar die Unterwerfung von Menschen unter das Diktat der Technologie vorsehe, mit Ausnahme einer kleinen, aristokratischen Schicht. Eine der prägenden Stimmen dieser Ideologie sei der von Tech-Unternehmer Peter Thiel geförderte Blogger Curtis Yarvin. KI als Technologie sei lange von großen Überversprechen geprägt gewesen, allerdings beginne man hier inzwischen in der Breite klarer zu sehen. Der weitere Vortrag ging auf die aktuelle Marktentwicklung im Übersetzen allgemein ein, die davon geprägt sei, dass einige erfahrene Freiberufler den Markt verlassen hätten. Allerdings würden sich jüngere Absolventen auf neue Entwicklungen gut einstellen und weiterhin etablieren – inzwischen häufig im Angestelltenverhältnis.
Im Besonderen aufs Literaturübersetzen eingehend, stellte Oliver Czulo die Frage, wie wichtig der Gesellschaft Sprach- und Kulturmittlungskompetenz und Kreativität seien. Eine Chance des Abflauens des aktuellen KI-Hypes sei, dass die Relevanz menschlicher Kompetenzen wieder stärker ins Blickfeld rücke. Mit diesem vorsichtig positiven Schluss stiegen die versammelten Gäste und der Referent in eine lebhafte Diskussion ein, in der viele der Punkte aus dem Vortrag nochmal aufgegriffen und vertieft wurden. Die Lebendigkeit der Debatte vor Ort zeigte: Diese Diskussion geht weiter!
Beitragsbild von Tom Hermans auf Unsplash
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Weiterbildung „Grundlagen: Mehrsprachigkeitsbedarf erkennen und bedienen“
Wie kann man mehrsprachige Kommunikation und Sprachmittlung für die eigene Organisation strategisch gestalten? In unserer Weiterbildung am Kompetenzzentrum des Fachbereichs für Translationswissenschaft an der Uni Mainz in Germersheim am 9. und 10. Oktober vermitteln wir die Grundlagen, um Mehrsprachigkeitsbedarf zu erkennen und zu bedienen.
Die Weiterbildung greift das Management von Faktoren wie Qualität und Risiko in verschiedenen Einsatzkontexten auf, vermittelt einen pragmatischen Ansatz für die Beschreibung und Bedienung von Mehrsprachigkeitsbedarf und thematisiert den Umgang mit Technologien in diesem Bereich. Sie richtet sich an die Schnittstellen in Justiz, Verwaltung, Gesundheit, Wissenschaft und Bildung oder Wirtschaft, in deren Aufgabengebiet sich Bedarfe für verschiedenste Arten mehrsprachiger Kommunikation oder Sprachmittlung ergeben.
Mehr Informationen und die Anmeldung sind unter https://fb06.uni-mainz.de/2026/04/30/grundlagen-mehrsprachigen-kommunikationsbedarf-erkennen-und-bedienen/ verfügbar.
(Bild: Curated Lifestyle @ unsplash)
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Online talk „Translating research software“
The Institut für Translatologie gGmbH cooperates with the Translate Science initiative to host a talk about the challenges and best practices of localizing (research) software. Our guest Christopher Hertweck localized the user interface of Sketch Engine, a tool for creating and analyzing text corpora, from English into German as part of an internship project with a small team of students. In his presentation, he will talk about the collaborative process of this project and privde general insights into the challenges and best practices of localising (research) software.
Christopher Hertweck is a translator, editor and writer. He has worked as both an in-house and a freelance translator from English to German, mainly in software localization, academic and technical translation. He studied History and German Literature (B.A.) at the Humboldt University of Berlin and Translatology (M.A.) at Leipzig University. He currently lives and works in Berlin.
Learn more about the presentation and how to register under https://transci.hypotheses.org/219885.

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Buch: Digitale Translatologie
Das Buch Digitale Translatologie, mitherausgegeben von Oliver Czulo, ist bei Language Science Press erschienen. In seiner digitalen Fassung ist es kostenfrei auf der Seite des Verlages verfügbar. Das Buch gibt einen Überblick über den Stand translatologischer Forschung zur Rolle digitaler Technologien in der Sprach- und Kulturmittlung in verschiedensten Kontexten.
Digitale Ressourcen, Methoden und Werkzeuge sind heute in verschiedensten Bereichen von Translation und Translatologie anzutreffen. Es genügt also nicht mehr, in diesem Zusammenhang nur ganz allgemein von Maschineller Übersetzung, Korpora und Termdatenbanken zu sprechen. Diesem Umstand trägt der Band Rechnung: In Überblicksbeiträgen mit Handbuchcharakter wird ein Querschnitt des Digitalen in Translationsforschung, -praxis und -didaktik wiedergegeben. Dieser reicht von historischen und psychologischen Betrachtungen über Risikomanagement in digitalen Übersetzungsprozessen, Digitalisierung und KI im Dolmetschen, in der Audiovisuellen Translation und im Literarischen Übersetzen bis hin zur Skizze eines KI-Kompetenzmodells für die Translation und Fachkommunikation, um nur eine Auswahl aus der Themenvielfalt des Bandes zu benennen. Die einführend gehaltenen Texte eignen sich für Translationsstudierende ebenso wie für Lehrende und Forschende, die neue Bereiche der Digitalen Translatologie erkunden wollen, und nicht zuletzt für Praktizierende, die zugängliche Einblicke in den aktuellen Stand der Forschung zur Digitalen Translatologie erhalten wollen.
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MuLingFrames: a data format for multilingual framenets
From January to September 2026, the Institut für Translatologie gGmbH will run a cooperation project within the National Data Infrastructure consortium Text+, in collaboration with LinguisticBits. The goal of the project is to define a TEI-conform data format for multilingual projects. Two existing multilingual framenets, the lexicon of soccer jargon Kicktionary and the resource G-FOL for English-native learners of German, will be converted into this format.
Framenets are culture-sensitive concept databases. They describe knowledge structures (so-called frames) as well as linguistic forms that are connected to them. For instance, the G-FOL contains a frame entry Thinking: Opinion which illustrates that this knowledge structure represents a Thinking being that has an Opinion on a specific Topic which it holds to a certain Degree. The entry lists English and German linguistic forms such as verbs, nouns or sentence patterns by means of which we can express an opinion or the degree to which we hold it.
Framenets currently exist mainly in single languages. however, multilingual framenets and applications are becoming increasingly relevant, for instance, in order to create language learning resources, to assess the similarity of multilingual image descriptions or evaluate machine translation systems. The missing of a standard-conforming template for a data format has been a technical challenge for multilingual framenets to this date. The base format defined in the MuLingFrames project will alleviate this challenge. The project outcomes will be published under a non-commercial licence under completion.
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MuLingFrames: Ein Datenformat für mehrsprachige FrameNets
Im Rahmen der Kooperationsprojekte des Nationalen Forschungsdateninfrastruktur-Konsortiums Text+ führt die Institut für Translatologie gGmbH von Januar bis September 2026 in Zusammenarbeit mit LinguisticBits das Projekt MuLingFrames durch. In diesem Rahmen wird ein TEI-konformes Datenformat für mehrsprachige FrameNets entwickelt. Zwei bestehende mehrsprachige FrameNets, das Lexikon des Fußballjargons Kicktionary und die Ressource für englischsprachige Deutschlernen G-FOL, werden in dieses Format überführt.
FrameNets sind kultursensitive Konzeptdatenbanken, die Wissensstrukturen (sog. Frames) darstellen und die mit ihnen verknüpften sprachlichen Formen beschreiben. So beinhaltet das G-FOL beispielsweise einen Frame-EintragThinking: Opinion (‚Meinung‘), der verdeutlicht, dass diese Wissensstruktur für ein denkendes Wesen steht, das eine Meinung zu einem bestimmten Thema zu einem Gewissen Grad hat. Der Eintrag führt deutsche und englische sprachliche Formen wie z. B. Verben, Nomen oder Satzmuster auf, mit Hilfe derer man beispielsweise eine Meinung oder den Grad, zu welchem man einer Meinung anhängt, ausdrücken kann.
FrameNets existieren derzeit insbesondere in Einzelsprachen. Mehrsprachige FrameNets und Anwendungen nehmen aber an Bedeutung zu, z. B. um Sprachlernressourcen zu erstellen, mehrsprachige Beschreibungen von Bildern in ihrer Ähnlichkeit zu vergleichen oder um maschinelle Übersetzungssysteme zu evaluieren. Eine technische Herausforderung für mehrsprachige FrameNets war bislang, dass dafür keine standardkonforme Vorlage für ein Datenformat verfügbar war. Das im MuLingFrames-Projekt definierte Basisformat schafft an dieser Stelle Abhilfe. Die Ergebnisse des Projekts sollen nach Abschluss unter einer nichtkommerziellen Lizenz veröffentlicht werden.